Es war die Hölle

Das Grip Racing Team hat eine beschwerliche Woche hinter sich. Nach vielen Trainingseinheiten war es am Donnerstag soweit. Die digitale Nordschleife wollte von unseren beiden Fahrern Matthias Zlusch sowie Michael Nord erobert werden. Beide Fahrer haben sich schwer darauf vorbereitet auf den vorderen Plätzen mitzufahren. Michael Nord der im letzten Rennen durch einen Defekt leider sehr weit zurückgefallen ist, und daher auf der Nordschleife ohne Gewichte starten konnte, tat sich allerdings schwer, schnelle Zeiten aufs Tableau zu bekommen. Das lag zum Teil natürlich auch daran, dass die Strecke eine beachtliche Länge von über 22 km hat. Sich hier jeder Kurve zu merken ist für viele Fahrer eine Herausforderung.

screenshot_ks_nissan_gtr_gt3_ks_nordschleife_2-10-116-12-44-29Matthias Zlusch, der im letzten Rennen in Spa, auf dem zweiten Platz landete musste hingegen mit 40 kg extra starten. Diese Zusatzgewichte sollen verhindern, dass ein zu hohes Ungleichgewicht in der Liga herrscht. Im Training merkte Matthias Zlusch sofort, dass diese 40 Kilo sich stark auf seinen Zeiten auswirken werden. Erste Tests hatten ergeben dass ihm fast 10 Sekunden pro Runde, auf die Spitzenfahrer, fehlten. Für ihn war also klar er muss sich mehr ins Zeug legen.

In der Qualifikation, die nur 30 Minuten dauerte, und somit nur drei Runden möglich waren, haben sich beide Fahrer in den Top 10 platziert. Michael Nord konnte auf Platz 8 starten, und Matthias Zlusch konnte kurz vor dem Ende der Qualifikation auf dem sechsten Platz starten. Somit waren beide Fahrer in einer guten Ausgangslage für das anstehende Rennen. Vor ihnen befanden sich die top Fahrer wie Markus Walter Hannes Hickl sowie Thomas Schmitt und Walter Hampf. Auf der Pole Position startete Martin Konieczny, der eine überragende Zeit im Qualifying fuhr.

screenshot_ks_nissan_gtr_gt3_ks_nordschleife_2-10-116-12-47-49Aufgrund der Länge der Strecke, wurde das Feld nur über den Grand Prix Kurs eingeführt. Auf der Gegen-Geraden zur Staatsziel-Linie wurde das Rennen freigegeben. Alle Fahrer kamen gut vom Start weg, und es gab nur kleinere Berührungen im hinteren Feld. Michael Nord und Matthias Zlusch konnten ihre Plätze behalten aber auch keinen Platz gut machen somit bogen sie mit voller Spannung auf die Nordschleife ein.

Michael Nord war früh unter Bedrängnis von Ralf Stingl. Dieser setzte sich gekonnt in Szene in Michaels Rückspiegel. Zwar war Ralf eindeutig schneller aber Michael konnte seine Linie gut verteidigen. Dann kam die erste große Überraschung. Walter Hampf drehte seinen Wagen ziemlich früh um 180° auf der Strecke. Somit konnte er das anrollenden Feld sehen und musste bis ganz zum Ende warten. Ein herber Schlag für den bis dahin super gefahrenen Walter. Wenig später erwischte es auch Martin Konieczny. Fast die gleiche Situation wie soeben bei Walter Hampf, stand auch er mit der Nase falsch herum und musste das komplette Feld passieren lassen. Somit konnten unsere Fahrer zwei Plätze gewinnen und lagen damit auf Platz vier und sechs. Doch weiterhin war Michael Nord unter Druck. Zur Anfahrt des Karussells auf der Hälfte der Strecke, machte Michael dann doch einen kleinen Fehler und musste oberhalb des Karussells den längeren äußeren Weg fahren. Dies gab Ralf Stingl die Chance, die bessere Innenlinie zu nehmen und konnte sich damit vor Michael setzen. Nun hieß es für Michael Nord dran bleiben, denn auch die Spitze des Feldes hat sich schon zum großen Teil abgesetzt.screenshot_ks_nissan_gtr_gt3_ks_nordschleife_2-10-116-14-15-57 Er konnte sich am hinter Ralf halten welcher nun schon am Heck von Michael Oses hing. Am Ende der ersten Runde machte Michael nur dann einen gewaltigen Fehler. Auf der Stadt Zielgeraden hatte er den Bremspunkt völlig verfehlt und rutschte an deren Ende gegen die Wand. Dabei verfehlte er Ralf Stingl und Michael Oses nur knapp. Als er dann wieder auf die Strecke auffahren will erwischte er auch noch einen Ferrari Fahrer an der Seite. Diese schien die Situation nicht ganz richtig einzuschätzen und rutschte deswegen ein wenig ins abseits. Michael Nord versuchte trotzdem langsam zu fahren und weiterere Fahrer nicht zu behindern. Das Fahrzeug von Michael Nord war leider sehr beschädigt und Ferrari Fahrer machte seinerseits auch einen Fehler und knallte Michael Nord auch noch einmal ins Auto. Nach dieser Aktion war Michael klar er wird vorne nicht mehr mitfahren können.

Hingegen hatte Matthias Zlusch in der ersten Runde eine furiose Aufholjagd gestartet. Nachdem er am Start einen Platz an Markus Roersch verlor, hängte er sich sofort an dessen Heck. Schon früh konnte er sich diesen Platz wieder zurück erobern da der Mercedes auf den Geraden einfach schneller war. Nun hatte er Markus Walter vor sich. Dieser befand sich gerade im Zweikampf mit Thomas Schmitt. Matthias konnte sich direkt dahinter setzen und machte nun auch Druck von hinten. Markus Walter ist ein erfahrener Pilot, und das wusste Matthias somit musste auf den richtigen Moment warten. screenshot_ks_nissan_gtr_gt3_ks_nordschleife_2-10-116-13-36-17Einer gefährlichen Stelle entschied er sich aus dem Windschatten heraus Markus Walter zu überholen kurz vor der Mutkurve konnte er sein Auto vor die Nase seines BMWs setzen. Somit befand sich Matthias Zlusch auf dem dritten Platz und machte nun Jagd auf Hannes Hickl den Teamkollegen von Markus Walter. Hickl war sehr schnell im letzten Teil der Strecke und konnte sich sogar ein bisschen absetzen. Doch Matthias Zlusch ließ sich nicht unterkriegen und konnte die gewonnene Zeit schnell wieder einholen. Am Ende der ersten Runde auf Start und Ziel setzte er sich außen neben Hannes Hickel und konnte durch einen späteres Bremsmanöver tatsächlich vorbeiziehen. Nun war nur noch Thomas Schmitt vor ihm. Dieser konnte sich durch die Zweikämpfe hinter ihm knapp 5 Sekunden absetzen. Doch diese konnte Matthias Zlusch innerhalb der zweiten Runde tatsächlich wieder aufholen.

Die lange Gerade vor Start und Ziel namens Döttinger Höhe lag vor beiden Kontrahenten. Zlusch hatte knapp vier Wagenlängen Rückstand, doch der Windschatten und der Geschwindigkeitsüberschuss des Mercedes verhalf unserem Fahrer dazu am Ende der Geraden sich direkt neben Thomas zu setzen. Zlusch hatte die Chance zu überholen und wollte sie auch nutzen, doch er machte einen gewaltigen Fehler. Er berührte den Curb auf der Innenseite der Strecke, und dadurch kam sein Auto ins schlingern. Er verlor den Wagen und prallte mit der Seite gegen die Leitplanke. Glücklicherweise kam er richtig herum wieder auf die Strecke und konnte sein Rennen ohne großen Zeitverlust fortsetzen. Zlusch dachte wohl, er hätte kein Schaden davongetragen denn der Wagen verhielt sich immernoch sehr gut. Somit gab er weiter Vollgas, da er nur wenige Sekunden verloren hatte und Thomas Schmitt immer noch in Reichweite sah.screenshot_ks_nissan_gtr_gt3_ks_nordschleife_2-10-116-14-13-24 Doch leider war dies ein Trugschluss. Als am Schweden Kreuz sein Auto mit Vollgas durch die Kurve ziehen wollte, passierte das zweite Unglück. Er kam aus Gras und rutschte schnurstracks geradeaus gegen die Leitplanke. Einen so großen Aufprall macht kein Auto mit und natürlich war es verbogen. Er war nun viel zu langsam um das Rennen tatsächlich auf einen der Podiumsplätze zu beenden. Daher konzentriert er sich keine weiteren Fehler zu machen und das Rennen mit einem passablen Ergebnis zu beenden. Das Team machte beim Boxenstopp alles richtig und auch zum Schluss fuhr Zlusch ein fehlerfreies Rennen. Leider reicht es dann doch nicht für mehr als den fünften Platz.

Auch Michael Nord Ende das Rennen auf den zehnten Platz und somit rettete er was noch zu retten war, da auch eher eine kleine Aufholjagd während des Rennens machen musste. Er hatte jedoch so viel Kontakt mit anderen Rennboliden, dass er wohl als Pechvogel des Abends bezeichnet werden kann. Jetzt heißt es Zähne zusammen beißen und aufs nächste Rennen freuen. Das wird in Mugello statt finden. Dies ist die Stammstrecke von Ferrari, auf der jährlich mehrere hochkarätige Rennen stattfinden. Leider wissen wir noch nicht, wie sich die Mercedes dort schlagen werden, aber wir haben volle Zuversicht und schicken unserem Team schon die besten Wünsche vorraus!

 

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